Ratgeber Arbeitsschutz

Arbeitskleidung & Schutzausrüstung für Reinigungskräfte

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Kurz gesagt: Schutzausrüstung, die für Ihre Arbeit nötig ist, stellt der Arbeitgeber – kostenlos. Das gilt für Sicherheits- oder Berufsschuhe, Schutzhandschuhe, Knieschutz und Hautschutzmittel, sobald die Arbeitsplatzevaluierung sie verlangt (§ 69 Abs. 2 ASchG, Verordnung Persönliche Schutzausrüstung – PSA-V). Selbst kaufen ist nur sinnvoll für private Zwecke oder als zusätzliche Ausstattung.

Dieser Ratgeber erklärt, wer was zahlen muss, auf welche Normen Sie achten sollten und welche Ausrüstung in der Gebäudereinigung typischerweise gebraucht wird.

Wer stellt die Schutzausrüstung?

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist laut Gesetz das letzte Mittel: Zuerst müssen Gefahren durch technische und organisatorische Maßnahmen vermieden werden. Bleibt eine Gefahr übrig, müssen Arbeitgeber passende PSA auf ihre Kosten zur Verfügung stellen, sie lagern, reinigen, warten und bei Bedarf ersetzen (§ 69 Abs. 2 und 6 ASchG).

Quellen: Arbeitsinspektion – PSA: Allgemeine Pflichten · RIS – ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (§ 69)

Worauf Sie achten sollten

👟 Sicherheits- und Berufsschuhe

Fußschutz schützt laut PSA-V auch vor dem Ausrutschen auf rutschigen Böden (§ 8 PSA-V) – in der Reinigung oft die wichtigste Eigenschaft.

🧤 Schutzhandschuhe gegen Chemikalien

🦵 Knieschutz

Wer länger kniet (z. B. Sockelleisten, Grundreinigung, Fugen), hat Anspruch auf Knieschutz: Die PSA-V nennt Gefahren durch länger andauernde kniende Haltung ausdrücklich beim Bein-Schutz. Knieschoner werden nach EN 14404 geprüft.

🧴 Hautschutz

Die AUVA zählt die Reinigungsbranche zu den Hochrisikogruppen für berufsbedingte Hauterkrankungen – meist Handekzeme durch Feuchtarbeit, also häufigen Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln. Hautmittel (Schutz, Reinigung, Pflege) sind PSA: Der Arbeitgeber muss sie stellen und in einem Hautschutzplan festlegen, wann welches Mittel verwendet wird (§ 13 PSA-V).

Quellen: Arbeitsinspektion – Fuß- und Beinschutz · Hand- und Armschutz · Hautschutz · AUVA – Berufsbedingte Hauterkrankungen (PDF)

Wann ist ein eigener Kauf sinnvoll?

Für die Arbeit muss der Betrieb die nötige Schutzausrüstung kostenlos stellen. Ein eigener Kauf kann trotzdem sinnvoll sein – etwa für private Reinigungsarbeiten, als zweite Arbeitshose zum Wechseln oder für Hautpflege nach Feierabend. Wenn Sie eigene Ausrüstung im Job verwenden möchten, sprechen Sie das vorher mit Ihrer Objektleitung ab: PSA muss zur Evaluierung des Arbeitsplatzes passen.

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Häufige Fragen

Muss ich Sicherheitsschuhe oder Handschuhe für die Reinigung selbst kaufen?

Nein, wenn die Arbeitsplatzevaluierung persönliche Schutzausrüstung verlangt. Nach § 69 Abs. 2 ASchG muss der Arbeitgeber die erforderliche Schutzausrüstung auf seine Kosten zur Verfügung stellen. Ein eigener Kauf ist nur für private oder zusätzliche Ausstattung sinnvoll.

Welche Handschuhe schützen vor Reinigungsmitteln?

Chemikalienschutzhandschuhe nach EN ISO 374-1 (Typ A, B oder C). Welcher Handschuh passt, hängt vom Reinigungsmittel ab: Sicherheitsdatenblatt und die vom Hersteller angegebene Durchbruchzeit beachten. Gegen Mikroorganismen gibt es die Prüfung nach EN ISO 374-5.

Gehört Hautschutzcreme zur Schutzausrüstung?

Ja. Hautmittel für Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege sind laut Arbeitsinspektion persönliche Schutzausrüstung (§ 13 PSA-V). Bei Feuchtarbeit muss der Arbeitgeber sie zur Verfügung stellen und in einem schriftlichen Hautschutzplan festlegen, wann welches Mittel verwendet wird.

Was bedeuten SRC und SR auf Sicherheitsschuhen?

Beides betrifft die Rutschhemmung. Nach der älteren EN ISO 20345:2011 steht SRC für geprüfte Rutschhemmung auf Fliesen und Stahlboden. Seit EN ISO 20345:2022 ist eine Rutschhemmungsprüfung Grundanforderung; das Zusatzzeichen SR steht für eine zusätzliche Prüfung auf Fliesen mit Glycerin.

Muss ich die gestellte Schutzausrüstung auch tragen?

Ja. Nach § 69 Abs. 3 ASchG müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die zur Verfügung gestellte Schutzausrüstung benutzen, und der Arbeitgeber darf ein gegenteiliges Verhalten nicht dulden.

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